Wie werden Hunde mit der Kälte fertig?

Anni Warfen Aktuelle Themen, Urlaub mit dem Hund, Wissenswertes

Folgende Faktoren führen zur Unterkühlung: Die Lufttemperatur, Nässe und Wind. Hunde haben mehrere Möglichkeiten der Kälte zu trotzen.

Zittern ist aktive Muskelarbeit, bei der Wärme entsteht. Welpen und alle erwachsenen Säuger unter 10 kg besitzen neben dem normalen Fettgewebe auch braunes Fett, das in kleinen Tröpfchen gespeichert wird. Bei Unterkühlung wird es verbrannt. Das nennt man chemische Thermogenese. Natürlich schützt ein dichtes Fell, speziell die Unterwolle, was besonders bei Hunden aus dem Mittelmeerraum nicht der Fall ist. Das Gleiche gilt für das Unterhautfettgewebe, welches z.B. bei Windhunden spärlich ist. Wenn es richtig kalt ist, können bestimmte Hautmuskeln die Fellhaare aufrichten und so ein isolierendes Luftpolster aufbauen.

Grundsätzlich gilt, dass kleine Rassen oder Welpen schneller frieren als große oder erwachsene Hunde, weil bei den Kleinen die Körperoberfläche im Verhältnis zu den Anderen größer ist, was zu mehr Wärmeverlust führt. Aus diesem Grund rollen sich Hunde bei Kälte ein (nordische Hunde im Schnee), um die Körperoberfläche klein zu halten.

Ansonsten ist klar, dass ein Hund während des Spaziergangs weniger friert, als wartend vor dem Supermarkt. Wenn man Besitzer eines Kälteempfindlichen Hundes ist, sollte man erstens nicht auf Schutzkleidung verzichten und lieber dreimal täglich Spazierengehen, als einmal 2 Stunden.

Erfrierungen entstehen häufig an den Ohrspitzen. Es bilden sich Blasen oder im Extremfall Feuerrote Verfärbungen, also Frostbeulen. Ganz wichtig: Langsam Auftauen, z.B. mit Schnee einreiben. Keine heißen Tücher! Auf jeden Fall den Tierarzt aufsuchen. Blasen müssen eventuell geöffnet werden und der Patient bekommt einen Schutzverband mit heilenden Salben.

Lassen Sie Ihren Hund nicht zu lange in der Kälte sitzen. Zu groß ist die Gefahr einer Blasenentzündung, besonders bei jungen Hündinnen. Das gilt ebenso für Arthrosepatienten. Schneefressen kann zu einer Magenschleimhautentzündung führen. Um Schneeknöllchen an den Pfoten zu vermeiden, sollten die Pfoten ausgeschoren werden und nach dem Verlassen der Wohnung mit Vaseline oder Hirschtalg einzureiben. Wenn man nach Hause kommt, die Hundepfoten waschen, vor allem wegen des Streusalzes.