Wie viel Beschäftigung braucht mein Hund?

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung, Interessantes, Wissenswertes

Es ist immer wieder von Unter- oder Überforderung bei Hunden zu hören. Doch auf welchem Weg befindet man sich eigentlich selbst? Hundebesitzer sind stets bemüht ihrem Hund alles zu bieten, damit er sich pudelwohl fühlt. Da gibt es die einen, die ihrem Hund ein ausgewogenes Fitnessprogramm mit den unterschiedlichsten Trainingsangeboten bieten und die anderen, die ihren Hund nicht überbelasten wollen und ihn lieber auf dem Sofa schlafen lassen. Hinzukommen noch allerlei Alltagsstress oder Benimmregeln.

Ist der kleine Welpe erst mal da , hört man von vielen Seiten, dass der kleine Hund möglichst viel in seinen jungen Jahren kennenlernen soll. So füllt sich der Tag neben dem Kontakt mit Artgenossen durch den Spaziergang, Hundesport oder auch Gehorsamstraining. Gleichzeitig ist der Hund erst frisch in der neuen Familie und muss sich an vieles gewöhnen. Auch die richtige Vertrauensbasis benötigt seine Zeit. Doch der Hund wird zunehmend mit Reizen von außen überflutet. Das Resultat ist mit der Zeit ein völlig überdreht Hund, der bei jedem kleinsten Piep total auflebt. Nach einem intensiven Komaschlaf erwacht ein sofort angenkniepster Hund. Auch beim Spielen wird er sich zunehmend lauthals bemerkbar machen und wie ein Junkie dem Ball oder sonstigem Spielzeug nachjagen. Dort darf dann berechtigt die Frage auftauchen: Ist das noch Spielen? Diese Formen des Junkieverhaltens sind beunruhigend. Es werden in kürzester Zeit Botenstoffe ausgeschüttet, die den Blutdruck und die Herzfrequenz ansteigen lassen. Dies führt zudem zu einer stärkeren Reizbarkeit, Erregung und Aggressivität des Hundes. Die Hunde werden unruhig und impulsiv in ihrem Verhalten.

Zu gern werden Hunde noch immer mit extremem Auspowertraining müde gemacht. Doch diese ständige Überbelastung hält kein Hund lange aus. Im Alltag zeigen diese Hunde oft Verhaltensauffälligkeiten wie Dauerbellen bis hin zu Aggressivität bei äußeren oder inneren Reizen, welche auf falsche Auslastung zurückzuführen sind. Auch Durchfall, Erbrechen oder ähnliches können Anzeichen darstellen.

Was ist nun also der richtige Weg? Es ist wichtig, die Rasse seines Hundes genauer unter die Lupe zu nehmen, um zu erkennen für welchen Zweck sie eigentlich gezüchtet wurden. Heißt im Klartext: Welche Aufgabe erfüllen sie eigentlich. Doch zuerst einmal ist notwendig, jeden Hund als Individuum zu betrachten. Was macht diesen speziellen Hund aus? Der Hundehalter muss lernen, die Signale seines Hundes zu deuten. Wie verhält er sich in bestimmten Situationen oder was drückt er mit seinen Gesten aus? Vergleiche mit dem Wolf dabei heranziehen, sind eher kritisch zu betrachten. Die heutigen Haustierhunde haben sich schon weit vom Wolf entfernt und ähneln ihm nicht mehr al zu sehr. Von sich aus würde der Hund gerne mit seinem Herrchen durch Wiesen und Felder streifen, dabei Spuren aufdecken und Gerüche verfolgen. Auch das Zusammensein mit seinem Menschen genießt der Hund. Es ist daher wichtig, den Hundesport sinnvoll und in Maßen in den Hundealltag einzubauen. Pausen vom richtigen Sport haben dabei eine große Priorität und können auch mehrere Tage in Anspruch nehmen. Beobachtungsgabe ist also gefragt. Wann es dem Hund zu viel wird, lässt sich meist an seiner Körpersprache ablesen. Ein Sportprogramm kann für den einen Hund gut sein und bei dem Nächsten zu Überforderung führen. Die Hunde sind nicht gleich, daher sind es auch ihre Grenzen nicht. Dennoch sind sie immer gewillt ihren Herrchen alles recht zu machen, und führen ihr Sportprogramm durch.

Eine Beschäftigung sollte mehrere Bewegungen vereinen. Das bedeutet, es sollten unterschiedliche Gangarten vorkommen und auch eine Klettereinheit ist nicht verkehrt. Manchmal gibt es auch die Möglichkeit zum Schwimmen. Abwechslung ist die Devise. Leider kommt gerade der Hundesozialkontakt in dieser Beschäftigung nur sehr kurz. Als Soziale Kontakt kann nicht ein fremder Hund gezählt werden, mit dem der Hund während des Spaziergangs spielt. Soziale Kontakte sind wichtig für den Hund und müssen ordentlich aufgebaut werden.