Wie erkenne ich eine Vergiftung beim Hund und wie verhalte ich mich

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Es gibt einige Tausend giftige Substanzen, so dass es unmöglich ist, alle Vergiftungen zu diagnostizieren. Das gilt für den Besitzer, als auch für den Tierarzt. Bevor ein Labor den Mageninhalt geprüft hat, ist der Patient eventuell verstorben. Absichtliche Vergiftungen mit bösartiger Absicht sind selten, kommen aber in letzter Zeit leider häufiger vor. Meistens nimmt der Hund solche Substanzen aus Neugier auf, weil der Mensch nachlässig ist.

Leitsymptome: Der Hund war draußen, innerhalb kurzer Zeit fängt er an zu erbrechen, bekommt Durchfall, häufig beides blutig. Bei manchen Toxinen kann es zum Kreislaufkollaps und zentralnervösen Symptomen, wie Krämpfen, kommen.

Vorgehensweise: Entgiften ist die beste Maßnahme. Aktivkohle, die sogenannte Carbo medicinalis, ist sehr wirksam. In der Apotheke als Tabletten und Granulat erhältlich. Sie bindet das Gift bis auf wenige Ausnahmen. Die Dosierung beträgt 1-5g/kg Körpergewicht, 3-4 mal, alle 3 Stunden. Das Granulat ist vorzuziehen. Es lässt sich leichter dosieren und hat eine größere Oberfläche zur Giftbindung. Man sollte die Aktivkohle zuhause haben, Nebenwirkungen so gut wie nicht. Trotzdem sofort danach zum Tierarzt. Auch dieser wird das Gift nicht unbedingt erkennen, kann aber handeln.

Entgiftungsfördernde Maßnahmen werden eingeleitet. Innerhalb der ersten 2 Stunden kann Erbrechen ausgelöst werden. Das Medikament heißt Apomorphin, wird injiziert und führt sehr schnell zur Magenentleerung. Intravenöse Infusionen, die die Nierentätigkeit anregen, führen zur Giftausscheidung. Ebenso sollte die Ausscheidung über den Darm forciert werden, z.B. mit Glaubersalz oder einem Klistier.

Kreislaufstützende Maßnahmen werden eingesetzt. Sollte der Patient vor dem Tierarztbesuch erbrechen, bitte den Mageninhalt mitnehmen, damit er im Notfall doch im Labor untersucht werden kann. Es gibt Gifte, die erst 2-4 Tage nach der Aufnahme wirken. Das gilt für Rattengift. Der Hund bekommt Blutungen, aus der Nase, dem Darm und innerlich. Er verblutet.

Samstag 2 706Wenn man dieses früh genug erkennt, gibt es ein Antidot, ein Gegengift. In diesem Fall Vitamin K. Wenn man seinen Hund bei der Giftaufnahme erwischt, ist es ratsam, Verpackungen plus eventuellen Restinhalt mit in die Praxis zu nehmen. Für etliche Toxine gibt es auch ein Gegengift, das sogenannte Antidot.

Erste Maßnahme: Aktivkohle, dann sofort zum Tierarzt, zur Entgiftung!