Welpen sind eben noch sehr kleine Hunde und das sollen sie auch sein dürfen!

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung

Nicht jeder Welpe ist gleich und gerade beim Erlernen der Grundkommandos unterscheiden sie sich gewaltig. Für viele Hundebesitzer ist es ein herber Schlag, wenn der kleine Hund nicht sofort perfekt ist. Dabei ist dies gar nicht schlimm und die kleinen Hunde sind eben einfach noch Kinder. Nicht umsonst habe sie alle ihren eigenen Charakter. Ist der Hundebesitzer zu engagiert, um aus dem Hund einen perfekten Hund zumachen, kann er den Hund überfordern und unter Dauerstress stellen. So kann es schnell dazu führen, dass der Hund gar nicht mehr mitarbeitet und seine Lernbereitschaft einstellt. Daher ist es wichtig, seinen Hund kennenzulernen und das Lernen an seinen Charakter anzupassen.

Einige Hunde habe riesigen Spaß am Lernen und machen alle Kommandos schon gut mit. Bei ihnen ist wahrscheinlich alles richtig gelaufen und sie sind ein wenig die Streber unter den Hunden. Andere wiederum konzentrieren sich erst nach mehrmaligen Rufen und greift beim Kommen auch gern nochmal zwischendurch nach einem Spielzeug. Diese Hunde sind noch verspielt im Kopf. Sie benötigen etwas Zeit bevor ihnen das Lernen richtig Spaß macht. Diese Zeit sollten sie auch bekommen, damit sie wirklich Freude am Lernen mit ihren Besitzern entwickeln. Neben diesen beiden gibt es dann noch unsichere Welpen. Sie fiepen und sind nervös. Oft führen sie zudem falsche Kommandos aus, weil sie einfach alles richtig machen wollen. Da wird schnell einmal einfach irgendwas gemacht, was mal ein Lob eingebracht hat. Für diese kleinen Vierbeiner ist Ruhe und Selbstbewusstsein wichtig.

Es zeigt sich also, dass Hundewelpen ganz unterschiedlich sind. Und neben all den Übungen braucht der kleine Hund einfach mal was ganz anderes und zwar ganz viel Liebe und Zuneigung. Streicheln, Kraulen und Knuddeln ist für einen Welpen von großer Bedeutung. Auch kleine Welpenspiele mit Rennen, Tauziehen und Abenteuer erfreuen sie besonders. Gemeinsam die Gegend entdecken Stöckchen untersuchen oder bewusst die Mütze verlieren und gemeinsam mit dem Welpen danach suchen, fördert die Bindung zwischen Hund und Besitzer. Dies überträgt sich dann auch auf die Lust am Lernen.

Auch der kleine Hund muss schon Grenzen lernen und wissen, dass er nicht überall mit hin darf. Mit klaren Anweisungen wie „Nein“ kann der Hund draufaufmerksam gemacht werden, dass er in einen bestimmten Raum nicht herein darf, wie beispielsweise das Badezimmer. Er wird dann zurückgesetzt aus dem Raum raus. Dabei ist Konsequenz gefragt. Macht der Hund nicht gleich das, was er soll, so darf er nicht bestraft werden. Er muss ja noch lernen. Wird jedoch das Gewünschte ausgeführt darf als Belohnung ein Leckerli oder ein Spiel folgen. Mit der Zeit wird die Dauer dieser Übungen erweitert.

Der Spaziergang in dieser Zeit fällt noch recht mager aus und dauert höchstens fünf- zehn Minuten. Alles andere würde den Welpen überfordern. Allerdings wollen viele der kleinen Hunde nicht weit von zu Hause weg. Sie setzen sich hin oder ziehen auf dem Rückweg. Dieses Verhalten ist ganz normal und kann durch ein kleines Stück tragen oder ein Stückchen mit dem Auto fahren ausgetrickst werden.

Kleine Hunde erleben immer wieder neue Sachen. Da kann ihnen das ein oder andere auch mal Angst einjagen. Hat der Hundebesitzer Angst kann sich dies auf den Hund übertragen und er entwickelt eine Furch gegen etwas. Verstärkt wird eine Angstentwicklung auch, wenn der Hund aus Situationen genommen wird und auf den Arm kommt. Er signalisiert, dass etwas nicht stimmt und mutiert mit der Zeit zum Angsthasen. Zuversicht und Sicherheit seitens des Besitzers gibt ihm Stärke und er wird keine Angst haben.

Die kanadische Tiertrainerin Linda Tellington-Jones entwickelte Berührungen namens TToches. Diese lassen im Gehirn neue Verknüpfungen entstehen und entwickeln ein enormes Körpergefühl. Die Berührungen verleihen Vertrauen. Diese Form der Berührung kann erlernt werden.

Es ist wichtig, den Hund richtig in sein Leben einzuführen und ihn aktiv mit viel Sicherheit zu unterstützen. Dabei sollte nie vergessen werden, dass kein Hund wie der andere ist und deshalb auch individuell behandelt werden sollte. Wir lieben doch gerade die Persönlichkeit an unserem Hund!