Welpen-Umweltreize-042

Von der Welpenzeit in die Pubertät

Anni Warfen Aktuelle Themen, Wissenswertes

Die Pubertät bei Hunden kann unter Umständen mehrere Jahre andauern. Ein hormoneller Mix bestimmt die Verhaltensweisen der Hunde in dieser Zeit. Sind die Verbeiner noch gar nicht ganz aus den Welpenschuhen herausgewachsen, zeigen sie bereits erwachsene Eigenarten. Das gesamte Gehirn befindet sich im Chaos. Somit ist es kein Wunder, dass die Vierbeiner in dieser Zeit merkwürdig sein können.

Viele Tierärzte raten in dieser Zeit immer noch sehr schnell zu einer Kastration. Doch die Folgen so einer Kastration bedenken nur die wenigsten Hundebesitzer. Durch diesen Eingriff wird die Entwicklung des Gehirns negativ beeinflusst und möglicherweise komplett verhindert. Somit kann es passieren, dass der pubertierende Hund für immer sein Verhalten beibehält.

Am Ende des vierten Lebensmonats setzt die Zeit der Pubertät ein. Wie lang sie andauert, ist von Hund zu Hund verschieden. Es kann sich bei Spätentwicklern bis zum dritten Lebensjahr hinziehen. Grob gesagt, endet die heikle Pubertätsphase bei Hunden und Hündinnen mit der dritten Läufigkeit der Hündin der jeweiligen Rasse. Bis dahin heißt es jedoch, die große Baustelle Pubertät auf dem bestmöglichen Weg mit seinem Hund zu meistern. Diese Phase mit dem Hund kann anstrengend, nervenaufreibende und gespannte Zeit sein. Hunde stehen pubertierenden Menschen nicht nach. Imponiergehabe, Zickereien oder emotionale Labilität sind Anzeichen, die auch Hunde in dieser Zeit widerspiegeln. Gleichzeitig kommt es zu Ungehorsam und die Hunde stellen Beziehungen in Frage. Der Ungehorsam hängt mit der erschwerten Lern- und Merkfähigkeit der Hunde während der Pubertät zusammen. Sie können nicht mehr so einfach auf Gelerntes zurückgreifen und auch ihre Konzentration nimmt deutlich ab. Dies bezieht sich auch auf das soziale Lernen. Nicht immer sind Handlungen auf die Dominanz zurückzuführen, sondern die Hunde brauchen einfach etwas Zeit zum Begreifen. Das hormonelle Chaos im Kopf führt gleichzeitig dazu, dass die Hunde eine größere Risikobereitschaft zeigen. Auch dies ist ein typisches Anzeichen vom Erwachsenwerden der Hunde. Sie probieren sich aus und versuchen Neues und Unbekanntes zu erfahren. Dies sollte beim Zusammenleben und –lernen mit dem pubertierenden Hund nicht vergessen werden.

Mit der Pubertät bricht der junge Hund immer öfter aus diesem Zusammenlebe aus und möchte neue Gebiete erkunden. Er hängt nicht mehr an seinen vertrauten Menschen wie in der Welpenzeit. Er traut sich nun auch alleine, seine Entdeckungen zu machen. Immer neue Reize fallen ihm dabei ins Auge, die vielleicht als Welpe noch ganz uninteressant waren. Der junge Hund verlässt also sein Rudel, um nun mit auf Streifzüge zu gehen. Leider machen einige Hundehalter dann die unangenehme Erfahrung mit dem Jagdtrieb des Hundes.

Hunde suchen sich unterschiedlichste Beschäftigungen wie Jagdtrieb nachgehen, Fetzen oder Laufaktivitäten, durch diese leidenschaftlichen Aktivitäten wird das Glückshormon freigesetzt. daher versuchen die Hunde, gezielt dieses Gefühl zu erleben. Daher ist es wichtig, mit dem Hund gezielte Aktivitäten zu unternehmen. der Bewegungsdrang sollte also kontrolliert stattfinden. Schleppleinen eignen sich gerade für Waldspaziergänge, um den Hund auch bei Spaziergängen zu kontrollieren.

Der Hund testet sich und seinen Besitzer also aus. Was gilt noch alles von dem, was er eins gelernt hat. Höhenflüge sind dabei nicht selten. So beansprucht ein Hund gerne auch mal Dinge oder Personen für sich. Diese werden dann auch verteidig. Kommandos abrufen, gehört auch nicht mehr zum Ablauf. Viel lieber entdecken sie die Welt und meinen den Ton angeben zu können. Diese Selbstüberschätzung zeigt sich in vielen Lebenslagen und der Hund verbindet sie gerne mit Randalieren oder Danebenbenehmen. Zudem will der Hund immer öfter in den Mittelpunkt und versuch alles, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Es müssen daher klare Grenzen gezogen werden, die den Hund in seine Schranken weisen.

Doch neben diesem Mut lassen sich auch die ängstlichen Hunde sehen. Die Pubertät ist nun mal ein Zusammenspiel aus König der Welt und der kleine Angsthase. Daher sind pubertierende Hunde auch gern mal Verunsichert und scheu. Oftmals versuchen sie Unsicherheiten durch rowdyhaftes Verhalten zu überspielen. Gerade da ist ein richtiges Handeln des Besitzers wichtig, damit sich diese Verhaltensweisen nicht einspielen.

Dennoch sollten die Hunde in dieser Zeit niemals mit Zwang oder Druck in neue Situationen gebracht werden. Die Hunde sind schnell überfordert und ein ruckhaftes Heranführen lässt ihre Unsicherheit steigern. Ihre Hormone lassen das Gehirn Kopf stehen, daher sollte ihnen genügend Zeit eingeräumt werden, die neue Situation zu erkunden. Auch wenn sie sich manchmal zimperlich und blöd anstellen. Erwachsenwerden ist nicht leicht!

Oft ist es ratsam die Hunde mit erwachsenen Hunden zusammenzuführen. Diese haben einen besonneneren Blick auf das Verhalten der pubertierenden Hunde und können sie gut zurechtweisen und in manchen Situationen unterstützen. Bei zwei pubertierenden Hunden ist dies oft schwierig.

Hündinnen sind mit der ersten Läufigkeit geschlechtsreif. Da sie ab diesem Zeitpunkt auch deckreif ist, sollte sie unbedingt während der Läufigkeit an der Leine geführt werden. Hunde hingegen kennzeichnen ihre körperliche Reife mit dem Beinheben beim Urinieren und ausgiebiges Scharren mit erhobenem Kopf. Gerade Spaziergänge werden in dieser Zeit immer anstrengender. Alles muss genauestens beschnüffelt und erforscht werden. Doch so lässt sich ein gelassener Spaziergang nicht mehr durchführen. daher ist es hilfreich den Spaziergang in Phasen zu teilen. In der einen Phase hat der Hund Zeit zum Schnüffeln und in der anderen Phase ist Bewegung angesagt und der Hund geht mit dem Besitzer mit. So können beide den Spaziergang genießen.