Tristan soll seine Zuchtzulassung bekommen

Anni Warfen Aktuelle Themen, Welpentagebuch / Junghundtagebuch

Rein formell ein klar definierter Vorgang: Jeder Hund, der im Klub für Terrier zur Zucht eingesetzt wird, braucht diese Bescheinigung. Mindestvoraussetzungen bei den Border Terriern sind lediglich eine FCI anerkannte Ahnentafel, zwei Formwertbeurteilungen auf Zuchtschauen mit „sehr gut“, und ein angelegtes DNA Profil. Ein korrektes Gebiss, beim Rüden die Hoden an der richtigen Stelle und ein gutes Sozialverhalten vorausgesetzt.

Ein zusätzliches Prädikat ist die „Ankörung“, hierzu muss der Border drei Formwertbeurteilungen mit „vorzüglich“ vorweisen und sich beim Wesenstest auf der Zuchtzulassung sicher, freundlich und unbeeindruckt präsentieren.

Das zum Formellen…

Ein Jahr Montag 033Bislang nur eigene Hunde zur Zuchtzulassung und Körung geführt, war ich bei Tristan in der neuen Situation des „Zaungastes“.

Persönlich habe ich Zuchtzulassungsprüfungen immer entspannt entgegengesehen, ich kenne meine Hunde, ihre Stärken und Schwächen sowohl im Exterieur als auch im Kopf, kenne das ganze Prozedere, formelle Voraussetzungen waren erfüllt, die Zuchtzulassung/Körung lediglich nur eine „etwas umfangreichere Form der Ausstellung“ – was soll passieren, einfach etwas zum „hin-durch-und-Haken-dran“.

Als Zaungast bei einem selbstgezogenen Hund, kommen doch noch andere Gefühle hoch.
Für mich bestand zu keiner Zeit ein Zweifel, dass Petra und Tristan die Prüfung nicht schaffen, vielleicht nur ein Hauch Kribbeln, das man als Beifahrer bei einem Führerschein-Neuling verspürt 😉

Ein Jahr Montag 335Jedoch ist da etwas anderes:
Selbst gezogene Welpen in ihre neuen Familien ab- und in deren Verantwortung zu geben ist eine Sache an die ich mich langsam gewöhnt habe. Hunde aus der eigenen Zucht, jedoch nicht mehr im eigenen Besitz, in die Zucht gehen zu sehen ist noch mal ein anderer Schuh. Hier kommt für die Besitzer eine zusätzliche Verantwortung hinzu, die Verantwortung für die Rasse.

Natürlich ist Hundezucht sehr emotional, für Petra und (vor allem) für Tristan werden Deckakte aufregend, man freut sich wenn es klappt, bangt ob die Hündin aufgenommen hat, ist erleichtert und stolz, wenn die Nachkommen des eigenen Hundes in der Wurfkiste liegen und zu fröhlichen Welpen/Junghunden heranwachsen. Aber so schön sich das anfühlt, im Vordergrund sollte der Verstand einsetzen, sich bewusst machen, dass aus jedem erfolgreichen Deckakt Hunde herauskommen, die grundsätzlich

  • das Recht auf eine verantwortungsvolle Aufzucht beim Hündinnenbesitzer haben
  • nach besten Wissen und Gewissen alle Voraussetzungen haben gesund zu sein
  • wesenstechnisch die Grundlage besitzen im Leben und mit ihren neuen Familien glücklich zu werden
  • und zusätzlich in der Rassehundezucht: Aussehen und Charakteristika der Rasse tragen!!

Also liebe Petra, ich vertraue Dir jetzt, bei zukünftigen Deckeinsätzen die Verantwortung zu tragen, dass der Border seine rassetypischen Merkmale behält, die aus einem „kleinen braunen Hund“ eben einen Border Terrier machen.

Allzeit ein glückliches Händchen dabei ☺
Britta