Stufe für Stufe

Anni Warfen Aktuelle Themen, Wissenswertes

In unserem Alltag treffen wir auf Treppen aller Arten… lang, kurz, breite oder kurze Stufen, steile oder flache Treppen, aus Holz, Metall, gitterrostartig, aus Stein usw.

Ein Problem bekommen wir, wenn wir unseren Hund dabei haben, und er nicht gelernt hat, eine Treppe oder auch nur Stufen, vernünftig hoch- oder runterzugehen. Wohlmöglich sind wir als Hundeführer noch mit Taschen oder Tüten bepackt und müssen uns darauf verlassen, dass wir heil am anderen Ende der Treppe ankommen.

Was bedeutet „vernünftig“? Als erstes sollte unser Vierbeiner überhaupt einmal wissen, was eine Treppe überhaupt ist, dass man sie beruhigt hoch- oder runter gehen kann und dass sie unterschiedlich beschaffen sein kann. Auch sollte die Treppenbesteigung nicht zu einem Wettkampf ausarten, ob Hund oder Mensch als Erster oben bzw. unten ankommt.

Je nach Wetterlage kann sich die Beschaffenheit einer Treppe ändern. Ist sie bei trockenem Wetter gut passierbar, kann sie bei Regen schon rutschiger sein, bei Schnee und Eis sogar noch mehr. Deshalb ist es wichtig, egal, welches Wetter, wie eilig wir es haben, wie unangenehm es auch manchmal sein mag, dass für das Treppensteigen immer dieselben Regeln gelten.

ll-011Der Hund sollte auf keinen Fall eine Treppe hinauf- oder herunterrasen, schon garnicht, wenn wir als Mensch am anderen Ende der Leine hängen. Dafür sind die Verletzungsgefahren für beide Seiten einfach zu gross. Unserem Tempo angepasst sollte unser Vierbeiner seine Aufmerksamkeit auf die Treppenstufen aber auch auf uns lenken und stets an unserem linken, bzw. bei Menschen, die ihren Hund rechts führen, am rechten Bein bleiben. Der Hund darf auf gleicher Höhe oder hinter uns laufen, aber auf keinen Fall vor uns. Ratsam ist es also, das Treppenlaufen mit Zeit und Geduld zu trainieren.

Junge Hunde sollten natürlich nicht so oft auf eine Treppe gehen, aber kontrolliert, mit dem Menschen gemeinsam, kann man ab und zu spielerisch ein paar Stufen „erklären“. Da sie allerdings ihre motorischen Fähigkeiten noch nicht so unter Kontrolle haben, sollten sie auf gar keinen Fall allein eine Treppe benutzen. Und das Training nicht übertreiben!

Erwachsenen Hunden kann man schon etwas mehr abverlangen, solange sie körperlich dazu in der Lage sind.

Älteren Hunden fällt das Treppensteigen meist schwer, teilweise stellen sie es selbständig ganz ein. Das liegt einfach daran, dass sie aufgrund schwindender Hinterhandsmuskulatur nicht mehr dazu in der Lage sind.
Allerdings ist das kontrollierte Treppensteigen mit dem Menschen eine schöne Konzentrationsübung, je mehr man variiert. Je langsamer der Hund die Treppe gehen muss, kann sogar Muskulatur aufgebaut werden. Hunde mit Gelenkserkrankungen sollten ebenfalls lernen, wie eine Treppe benutzt wird, allerdings in Maßen.

Wir können immer in Situationen kommen, in denen wir plötzlich von einer Treppe überrascht werden, die sich vielleicht auch von den „gängigen Modellen“ unterscheidet, wie es vielen im Urlaub passiert. Grundsätzlich sollten wir nicht sagen, dass der Hund keine Stufen gehen soll, er sollte einfach nur wissen, wie es geht, damit wir keine böse Überraschung erleben.