Es macht „dingdong“ und der Hund macht „wauwau“

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung, Interessantes, Wissenswertes

Ein all bekanntes Leiden: Es klingelt an der Tür und der Hund flippt total aus. Lautes Bellen und Gespringe bringt die Hundebesitzer in den Wahnsinn. Mit viel Geduld und Übung kann für das lautstarke an die Tür- Renn- Verhalten jedoch eine Lösung gefunden werden.

Ohne dass der Hund oder der Mensch es merkt, wird der Hund auf die Klingel konditioniert. Mit dem klingelnden Geräusch kündigt sich Besuch an, etwas Neues passiert. Der Hund ist aufgeregt und bekommt daher die komplette Aufmerksamkeit. Für den Hund ist also alles bestens und sein Verhalten wird mehr und mehr verfestigt.

Doch auch ängstliche Hunde, die aus den unterschiedlichsten Gründen Reis aus vor der Klingel nehmen, sei es rassebedingt oder aus einem anderen Grund, benötigen ein gezieltes Training. Nur so kann der Stress abgebaut werden.

Vorerst sollte klar sein, welches Verhalten vom Hund erwartet wird. Darf er einmal bellen und den Besuch kurz begrüßen oder soll er auf seinem Platz bleiben. vielleicht ist es bei ängstlichen oder agressiven Hunden auch sinnvoller sie von der Stressquelle abzuschirmen.

Für das Training sind Timing und Management enorm wichtig. Wenn es möglich ist, kann der Klingelton gewechselt werden zu einer Funklingel, um den Hund an den Klingelton zu gewöhnen. Ansonsten kann man das Geräusch auch mit dem Handy oder dergleichen aufnehmen, um so zu üben. Regelmäßiges Üben fördert die Routine.

Der Klingelton ist der Auslöser des unerwünschten Verhaltens, so wird er gezielt im Training verwendet. Der Hund sollte während der Übung die gesamte Aufmerksamkeit dem Hundeführer widmen. Der Hund wird vom Hundeführer zu sich gerufen und dieser hat viele Leckerlis dabei. Von einer weiteren Person oder durch Funksignal ertönt die Klingel und sofort erhält der Hund einen Leckerliregen. Auch wenn er sich nicht sofort dafür interessiert oder kurz bellt, versucht der Hundeführer weiterhin, die Aufmerksamkeit zu erhalten. Dieses Vorgehen wird einige Male wiederholt und mit der Zeit auch aus anderen Räumen oder Plätzen. Der Hund sollte dann bald beim Klingeln den Blickkontakt zum Menschen suchen und dafür belohnt werden. Dann kann auch der Versuch gewagt werden, dichter an die Tür heranzutreten während des Klingelns. Wird die Aufregung größer, wird gestoppt bis der Hund sich entspannt. Während der Trainingsphase ist es empfehlenswert, die Klingel abzustellen, wenn der Hund allein zu Hause ist.

Auch mit dem Kommando „Ab auf die Decke“ oder „Ab in die Box“ lässt sich ein ruhigeres Verhalten trainieren. Dazu wird eine Decke an einem Orten in der Wohnung platziert und später dann an verschiedenen Orten. Der Hund wird auf die Decke geführt und sobald er sie berührt, erhält er ein Leckerli. Der Hund wird immer belohnt, wenn er die Decke anblickt oder auf sie zugeht. Diese Übung wird wiederholt, bis er dann irgendwann allein auf die Decke zu kommt und er bekommt dann neben dem Leckerli das Kommando „Auf die Decke“. Dieses Kommando wird mit der Zeit dann ausgesprochen, bevor der Hund sich auf den Weg zur Decke macht.

Damit der Hund auch lernt auf der Decke zu bleiben, ohne sich an den Menschen zu orientieren, wenn dieser geht, braucht es Übung. Der Mensch kann sich neben den Hund auf einen Stuhl setzen. Zuerst steht der Mensch nur vom Stuhl auf und setzt sich wieder. Der Hund soll die ganze Zeit ruhig auf der Decke bleiben. Erweitert wird die Übung indem der Mensch aufsteht und sich streckt. Danach geht er einige Schritte weg. Daraufhin geht er außer Sichtweite um die Ecke, dort kann auch mal ein plötzliches Hallo folgen. Irgendwann ertönt dann auch mal di Klingel. Wichtig ist es, die Schritte langsam nacheinander zu machen. Dabei muss immer geschaut werden, ob der Hund schon bereit ist für die nächste Steigerung und entspannt bleibt.

Besonders freudige Hunde an der Tür lassen sich durch diese Übung ablenken. Ein kleines Kauspielzeug lenkt sie noch besser ab.

Das „Geh auf die Decke“, „Geh in die Box“ eignet sich auch bei aggressiven oder ängstlichen Hunden. Diese werden so vom Geschehen abgeschirmt und lernen sich zu entspannen.