Die Wasserrute des Hundes

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit, Urlaub mit dem Hund

Die Wasserrute des Hundes wird auch Hammelschwanz oder cold tail (kalter Schwanz) genannt. Die Schwanzbasis wird dabei waagrecht getragen, der Rest der Rute hängt schlaff herunter. Der Schwanzansatz ist schmerzhaft und oft angeschwollen. Die Hunde wirken depressiv, oft ist auch der Kot-und Urinabsatz gestört, weil die Tiere die Rute nicht anheben können. Die Hunde können schlecht sitzen und nehmen deshalb den Welpensitz ein, d.h. sie kippen das Becken zur Seite. Betroffen sind besonders Setter, Pointer. Golden Retriever, aber auch alle anderen Rassen, die kräftig mit der Rute wedeln.

Was ist nun die Ursache für die Entstehung der Wasserrute? Sie entsteht bei Kälte nach harter Arbeit (z.B. Jagd) und beim Schwimmen im kalten Wasser, besonders wenn es draußen heiß ist. Beim Schwimmen wird die Rute kräftig bewegt. Es gibt nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen über die Entstehung. Diskutiert wird über eine Stauchung der Wirbelgelenke. Dies erscheint mir unwahrscheinlich. Die andere Erklärung ist, dass es durch Kälte zu einer Minderdurchblutung in der Schwanzmuskulatur kommt. Dadurch entsteht bei hoher Aktion der Rute ein Sauerstoffmangel, ähnlich wie beim Muskelkater. Dazu passt auch, dass bei den  betroffenen Hunden das Muskelenzym CK erhöht ist und die Muskelfasern verändert sind. Dies kann man unter dem Mikroskop erkennen. Als Differentialdiagnose muss man auch an Schwanzwirbelfrakturen denken.

Meist kommt es auch ohne Therapie nach einigen Tagen zur Heilung. Da der Hammelschwanz aber sehr schmerzhaft ist, sollte der erkrankte Hund mit entzündungshemmenden Analgetika behandelt werden. Ebenso ist Wärme durch Rotlicht oder ein Körnerkissen wohltuend.