Die Leine als Freund

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung

Für viele Hunde ist die Leine das Zeichen, dass der Spaß vorbei ist. Anleinen bedeutet für sie nichts Schönes, da das Spiel beendet wird oder sie nicht mehr herum tollen können. Auch der Mensch sieht die Leine als etwas Schlechtes an. Sie entzieht seinem Hund Freiheiten und ist dennoch nötig. Doch genau das sollte nicht sein, nicht beim Hund und auch nicht beim Menschen. Gesetzte setzen die Leinenpflicht an vielen Ort vor. Nur so können Gefahren umgangen werden. Dennoch soll auch die Leine ein Freund von Mensch und Hund werden.

Besonders der Mensch muss lernen, die Vorzüge der Leine für sich zu nutzen. Die Leine gibt dem Menschen die Möglichkeit, gezielt auf den Hund einzuwirken. So beschützt er ihn damit vor gefährlichen oder unangenehmen Situation. Die Leine ist dabei der verlängerte Arm des Menschen und schränkt den Hund nicht in seiner Entfaltung ein. Wie ein Menschen wird der Hund durch die Leine an die Hand genommen und ihm Sicherheit geboten. Wird die Leine jedoch nur in unangenehmen Situationen benutzt, assoziiert der Hund schnell Negatives mit ihr. Das Fressen, Spiel mit fremden Hunden oder Näherkommen einer Schulklasse hat die Anleinung zur Folge. Somit wird die Leine für den Hund ein Stressauslöser, da er es so von seinem Hundeführer gelernt hat. Der Mensch wird also regelrecht zum Spaßverderber, da Spaß nur ohne Leine geschieht. Folgen sind endloses Rufen des Hundes, der nicht kommen wird, da daraufhin die Leine folgt.

Daher sollte die Leine auf neue Weise eingesetzt werden. Der Hund muss sie wieder als guten Begleiter begreifen. Dazu kann sie auch mal in ganz alltäglichen Situationen zum Einsatz kommen. Beispielsweise beim Schmusen auf dem Teppich, dem Hinausgehen in den Garten oder beim Fressen. Auch das Zurückkommen sollte für den Hund etwas Tolles zur Folge haben. Kommt er beim Rufen sollte ein besonderes Leckerli oder neues Spielzeug als Belohnung auf ihn warten. So lernt er, dass das Zurückkommen etwas Gutes ist. Um die Übung im freien Gelände umzusetzen, eignet sich eine Schleppleine. Sollte der Hund nicht reagieren, kann der Hundeführer in die andere Richtung davon gehen und hat den Hund durch die Schleppleine unter Kontrolle. Er spürt keinen Druck. Der Hundeführer kann sich jedoch frei bewegen und sich dadurch interessant gestalten. Sobald der Hund kommt, sollten aufregende Übungen folgen. Es braucht einige Wiederholungen, bis alles einwandfrei klappt. Der Hund muss das Gefühl bekommen, dass es angeleint viel Spaß macht.

Mit der Zeit wird der Hund immer wieder ab- und angeleint. Auch im Spiel mit anderen Hunden muss die Leine neu angewandt werden. Bei der ersten Ermüdung wird der Hund gerufen und gelobt nachdem er beim Hundeführer angekommen ist. Danach wird er wieder zum Spielen geschickt. So wird die Beendigung des Spiels nicht mit etwas Schlechtem verbunden. Soll das Spiel dann ganz beendet werden, wird der Hund gerufen. Der Hundeführer geht los, sobald der Hund ihn gehört hat. Kommt der Hund zu ihm wird er gelobt und noch einige Meter ohne Leine weitergegangen. Erst dann kommt die Leine dran.

Es gibt verschiedenste Leinenarten, die unterschiedlich zum Einsatz kommen.

 

Die Ausbildungsleine sollte nicht länger als fünf Meter sein und unverstellbar. Nur so tüttelt der Hundeführer nicht die gesamte Zeit damit rum und konzentriert sich auf die Ausbildung des Hundes.

Die Führleine sollte 1,20m oder verstellbare 2m sein. Für Welpen sind Nylonleinen vorgesehen, diese können nicht zerstört werden im Gegensatz zu Lederleinen.

Die Schleppleine ist 10 m lang und hilft in der dynamischen Erziehung und erzielt Überraschungseffekte. Die Leine wird, wenn sie zum Einsatz kommt, lediglich gezupft. Sie soll den Hund aufmerksam machen. Er sollte sie aber keineswegs spüren, wenn sie nicht im Einsatz ist. Die Leine wird nur mit weichen Halsbändern oder Geschirren genutzt.

Die Flexileine lässt sich auf 3-10 m ausfahren und ist für unbekannte Gebiete geeignet. Allerdings sollte sie nur in geschulte Hände, da sie auch gegenteilig wirken kann. Der Hund erlernt einen ständigen Zug an der Leine, wobei er doch an der Lockeren Leine laufen soll.