Die Eifersucht der Hunde

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung, Wissenswertes

Viele Hundebesitzer mit mehreren Hunden in der Familie kennen es, wenn die Hunde sich um etwas streiten. Immer wieder kommt es vor, dass auch Rivalitäten unter den Hunden auftreten. Meist ist dort das Verhalten des Menschen schuld an diesem Dilemma. Eifersucht gibt es nämlich im Hunde Dasein nicht. Es ist bei ihnen Verhalten des Konkurrenzkampfes oder ein Kampf um die Rangordnung. Für sie gibt es ein klar strukturiertes Rudel, in dem es einen Anführer und untergeordnete Hunde gibt. Auch der Mensch muss diese Rangordnung akzeptieren.

Wenn der Mensch einen seiner Hunde streichelt und einer der ranghöheren Hunde kommt mit Brust raus, gespitzten Ohren und Wedelndem Schwanz hinzu, wird der rangniedrigere Hund sich freundlich zurückziehen und dem ranghöheren Hund den Platz überlassen. Dieses Verhalten sollte nicht bedauert oder unterbunden werden. Es ist ein völlig normales Rudelverhalten und für die Hunde selbstverständliche. Anders würde der Mensch die Position des ranghöheren Hund in Fragestellen und der rangniedrige Hund von dem ranghöheren Hund später bestraft werden. Somit wurde vom Menschen eine Konfliktsituation bei den Hunden ausgelöst.

Auch das ständige in Schutz nehmen des randniedrigeren Hund gegenüber des ranghöheren Hund gibt den Hunden zu verstehen, dass sie ihre Rangordnung neu auskämpfen müssen. Daher verstehen Hunde sich viel besser, wenn der Mensch nicht da ist. Auseinandersetzungskämpfe sollten nicht entstehen. Diese können wirklich gefährlich werden. Normalerweise gehen kleine Showkämpfe nach zwei bis drei Minuten zu ende, doch bei Reizkämpfen kann es schwierig werden. Doch in einem funktionierenden Rudel gibt es diese gefährlichen Kämpfe nicht. Sie haben Regeln und das Verletzen oder gar Töten eines Rudeltiers würde das gesamte Rudel schwächen und kommt daher nicht in Frage.

Sind die Hunde schon ständig dabei, sich zu bekämpfen, so sollte eine Kastration folgen. Wichtig ist jedoch vor allem, dass der Mensch die Rangordnung der Hunde akzeptiert. Es liegt nicht in seiner Hand, welcher Hund der dominantere Hund ist. Ach wenn er es noch so gern anders möchte. Der Anführer der Hunde entpuppt sich meist durch ein paar Verhaltensauffäligkeiten. Er geht nach dem Mensch als nächster durch die Tür. Andere Hunde wenden den Blick von ihm weg, wenn sie vor ihm stehen. Diese Position sollte auch vom Menschen anerkannt werden. Dem Anführer sollte immer alles zuerst zu teil werden. Das heißt das Anleinen, Futter geben oder Leckerli bekommen. So respektiert der Mensch die Rudelordnung. Dadurch kommt Ruhe ins Rudel und der hochrangige Hund muss nicht immer aufs Neue seine Position unter Beweis stellen.

Nur selten gibt es Hunde, die schlechte Umgangsformen mit anderen Hunden haben oder gar aggressives Verhalten ihnen gegenüber zeigen. Für sie ist das Beste und Stressfreieste, wenn sie irgendwo bei jemanden als Einzelhund leben dürfen.