Die Beziehung zwischen Welpe und Kind

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung

Kinder und Hunde sind tolle Gefährten. Fast jedes Kind ist freudig begeistert, beim Toben mit einem Welpen. Dennoch müssen sie den Umgang mit einem jungen Hund lernen und über Grenzen Bescheid wissen. Gerade bei Kleinkindern ist es wichtig, ständig ein Auge auf den Umgang mit dem Tier zu haben.

Das Streicheln des Welpen ist für Kinder etwas ganz Besonderes. Sie lieben das weiche Fell und die kleinen Gliedmaßen des winzigen Hundes sehr. Doch auch dabei ist es wichtig, dass die Kinder beigebracht bekommen, wie das Streicheln richtig funktioniert. Hierzu kann auch gerne ein Stofftier zum Üben dienen. Kinder müssen wissen, dass man sich einem Welpen langsam nährt und ihn dabei anspricht. Der kleine Hund mag gerne zärtlich und vorsichtig gestreichelt werden. Dabei darf an Ohren, Pfoten und Schwanz nicht herumgezupft werden. Das Ziehen an diesen Körperteilen ist sofort zu unterbinden Es sollte auch darauf geachtet werden, dass das Streicheln nicht zum Zwangsstreicheln ausartet. Wird es dem kleinen Hund zu viel oder fühlt er sich eingeengt, sollte ihm Freiraum geschaffen werden. Der Welpe soll das Streicheln durch das Kind genießen und nicht von ihm festgehalten werden. Manchmal ist zu beobachten, dass Kinder Hunde absichtlich ärgern, obwohl sie den Welpen sehr lieb haben. Diese Provokation kann allerdings für den Hund einen schweren Vertrauensbruch darstellen und schwerwiegende Folgen mit sich bringen.

aabbxxWelpen sollten außerdem weder von Erwachsenen noch von Kindern getragen werden. Nur im Notfall ist das Tragen notwendig. Gerade Kinder haben Probleme, die kleinen Hunde auf dem Arm zu behalten. Der Welpe wackelt rum und die Kinder drücken fester zu, bis es dem Hund wehtun kann. Um unschöne Folgen zu vermeiden, ist der Welpe nicht von Kindern herumzutragen. Zudem ist immer wieder zu betonen, dass der Hund kein Spielzeug ist. Spangen, Mützen oder auch Zopfbänder gehören nicht an das Hundefell. Damit der Körperkontakt zwischen Kind und Hund reibungslos verläuft, stehen die Erwachsenen in der Verantwortung, dieses zu zeigen und zu beaufsichtigen.

Der Hund braucht einen Platz an dem er sich komplett zurückziehen kann. Ein ständiges Kuscheln ist für den Welpen stressig. Daher sollte dem Welpen ein Ruhe- und Erholungsplatz vergönnt sein. Dieser Ort ist auch für die Kinder tabu. Dort ist der Hund ganz für sich. Eine Hundebox eignet sich optimal.

Zudem sollten die Kinder lernen, dass ein Hund in Ruhe fressen muss. Während des Fressens spielen die Kinder nicht mit ihm rum. Sie müssen ein Verständnis dafür aufbauen, dass dem Welpen auch das Essen nicht zum Spaß weggenommen wird. Dazu dienen Erklärungen, dass man selbst so etwas ja auch nicht gerne haben mag.

Auch das Leckerligeben, ist oftmals ein schwieriges Unterfangen. Die Kinder sind noch unbeholfen und ziehen die Hand zu schnell weg. Der Hund wird darauf hin schneller reagieren und beim nächsten Mal früher zu schnappen. Damit dabei keine Missgeschicke passieren, ist es ratsam mit dem Kind das Leckerliegeben aus der flachen Hand zu erlernen. So ist es für Kind und Welpe einfacher.

Natürlich ist auch das Spielzeug ein wichtiges Thema. Es gilt zu beachten, das Spielzeug von Hund und Kind ist beidseitig tabu. Jeder darf nur mit seinen eigenem Spielgeräten spielen.

Zu guter Letzt ist auch das Spazieren gehen von Kind und Welpe heiß geliebt. Dennoch sollte beachtet werden, dass das Kind beim Ausführen des Hundes diesem auch gewachsen sein sollte. Ist der Hund zu groß und das Kind könnte stürzen, sollt die Leine beim Erwachsenen bleiben. Auch sollte darauf Acht gegeben werden, dass das Kind nicht am Hund herumzieht und er einen entspannten Spaziergang genießt.

Wichtig ist zudem auch, dass Kinder keine Erziehungübungen mit den Hunden durchführen. Sie sind meist mit ihren Reaktionen hinterher und mit dieser Erziehung überfordert. So kommen Belohnungen zu spät oder falsche Kommandos werden abgegeben. Erst wenn die Hunde etwas älter sind und die Kommandos gut beherrschen, können die Kinder unter Aufsicht kleine Übungen durchführen.

Es gilt bei Welpen und Kindern also immer: Erwachsene müssen als Aufpasser dabei sein. Kinder und Welpen sollten nicht allein gelassen werden. Wird der Umgang mit den zweien sorgsam vollzogen, können sie zu einem top Team heranwachsen.

(Kohl, Michaela. Partner Hund Extra (01/2012)