Der Welpe lernt seine Umgebung kennen

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung, Wissenswertes

Der Welpe soll möglichst viel kennenlernen, um sich so auf seine Umwelt einzustellen. Natürlich möchte man da in den ersten Wochen viel mit ihm unternehmen und ihm alles zeigen. Doch es ist wichtig, den kleinen Hund bei seinen Entdeckungstouren zwar zu fördern und auch zu fordern, doch soll er nicht überfordert werden. Ein Auge sollte immer einen wachsamen Blick auf den Hund haben und bemerken, wann er Ruhe benötigt. Das bedeutet nicht, dass der Kleine rund um die Uhr bewacht werden muss, damit er nichts Aufregendes erlebt. Aber er sollte nicht von einem riesen Erlebnis ins nächste geschleppt werden. Gerade für Welpen sind die Ruhe- und Schlafphasen wichtig.

Genauso wichtig ist der Kontakt mit Artgenossen. Dazu eignen sich am besten Welpenspielgruppen. Dort können die kleinen Hunde gemeinsam spielen und toben. Zudem ist ein Trainer mit Vorort, der gegebenenfalls Tipps und Ratschläge verteilen kann. Öffentliche Hundeauslaufparks eignen sich weniger. Dort sind die unterschiedlichsten Hunde und nicht jeder erwachsene Hund reagiert positiv auf einen Welpen. Erlebt der kleine Hund dort ein negatives Erlebnis, kann sich dieses fest einbrennen und im Gedächtnis des Hundes verankert bleiben. Da so etwas genauso mit positiven Erlebnissen passiert, ist ein gut gewählter Hundekontakt wichtig. Die Trainer der Welpenspielgruppe können gleichzeitig Kontakte zu umgänglichen und souveränen erwachsenen Hunden vermitteln. So schützt man sich und seinen Hund vor negativen Erlebnissen. Gleichzeitig sollte der Besitzer aber auch bei den schönen Erlebnissen immer darauf achten, wann der Kleine genug gespielt hat. Welpen spüren noch nicht wann genug ist und die Kraft sich dem Ende neigt. Mit der Zeit werden die Hundebegegnungen dann ausgebaut.

Es ist wichtig, sich vor dem Eintreffen des Welpens zu überlegen, was dieser alles kennenlernen soll. Jeder Hund wird in einem anderem Umfeld groß und muss unterschiedliche Dinge kennenlernen. Dabei gilt alles langsam zu starten. Anstatt den Kleinen gleich auf eine drei stündige Bahnfahrt mitzunehmen, sollte zum Anfang der Besuch beim Bahnhof und eine Fahrt zur nächsten Station reichen. Landhunde müssen natürlich große Maschinen oder auch fremde Tiere kennenlernen. Dennoch sollten sie einmal an der Leine mit in die Stadt kommen und sich auf dem Markt umsehen dürfen. Bei allen Erlebnissen ist die Gelassenheit seitens des Hundeführers enorm wichtig. Die Welpen fixieren sich auf ihn. Nur durch seine Ruhe können auch sie sich entspannen.

Bei jedem Erlebnis ist es ratsam; sich einmal in die Perspektive des Hundes zu versetzen. Wir sind größer und können die Situation überblicken, doch wie fühlt es sich für den kleinen Vierbeiner am Boden an. Will er einmal nicht weiter können Leckerli und lobende Worte helfen und ihn motivieren. Macht er sich einmal komplett steif, ist es am sinnvollsten ihn kommentarlos aus der Situation zu holen. Bedauern wäre der falsche Ansatz. So wird seine Angst weiter verstärkt. Zu einem anderen Zeitpunkt wird die Übung einfach wiederholt. Für den Welpen können die unterschiedlichsten Dinge plötzlich gruselig wirken. Sei es ein Fahrrad, das sonst nicht auf der Gassirunde dort stand oder ein steinerne Figur. Da ist es wichtig, dass der Mensch mit Zuvertrauen und Mut voranschreitet und dem Hund zeigt, dass er keine Angst haben braucht.

Die Sozialisierung ist also ein entscheidender Punkt in der Welpenphase. Positive wie negative Erlebnisse prägen sich tief ein. Manchmal dauert es Jahre bis ein negatives Erlebnis verarbeitet wird. Daher sollte alles mit Ruhe und Geduld erkundet werden. Die Erlebnisse im Welpenalter sind sehr tiefgehend und die Hunde lernen schnell. Daher lieber langsam die Erkundungstouren starten. Auch im späteren Verlauf der Entwicklung lernen die Hunde noch.