Der richtige Weg in der Erziehung

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung

Es ist nicht lange her, da wurden die Hunde noch mit sehr gewaltgeprägten Erziehungsmethoden zu Recht und Ordnung erzogen. Erst im letzten Jahrhundert begannen sich die Erziehungsmethoden zu lockern. Neue Denkweisen und Erziehungsstrukturen kamen hinzu und bildeten bald ein Geflecht aus unzähligen Ideen, Möglichkeiten und Lösungsvorschlägen.

Dabei gerät vor allem eins vollkommen aus dem Blick, der Hund.

Jeder Hund ist speziell und einzigartig. Die individuellen Hundecharaktere, mit ihren Lebensgeschichten, egal wie weit diese schon voran geschritten ist, sind ganz entscheidend. Zugleich ist auch der individuelle Hundebesitzer ganz bedeutend für die Erziehung des Hundes. Genau diese zentrale Kombination wird bei vielen Methoden vernachlässigt und eine Standartlösung bevorzugt.

Dazu gibt es heute unzählig viele Trainer und fast jeder verfolgt seine eigene Methode. Der Pool an Auswalmöglichkeiten ist groß, doch was genau der richtige für ihren Hund ist, wissen die Hundebesitzer meist nicht. Da fällt die Entscheidung für den optimalen Trainer recht schwer. Es kommt auch vor, dass Hundebesitzer nach den trendigsten Methoden suchen und immer wieder einen neuen Trainer bevorzugen. Hinzukommen unzählige Hundeerziehungsratgeber oder auch TV-Shows, die den Hundebesitzer Erfolg nach kürzester Zeit versprechen. In wieweit dies der Wahrheit entspricht, bleibt fraglich.

Natürlich wird kaum ein Trainer sich dazu bekennen, dass er Gewalt anwendet. Dennoch ist vielerorts der Einsatz unakzeptabler Mittel zu beobachten. Ein bisschen hier und dort grob durchsetzen und den Hund zurechtweisen, sei angeblich schon in Ordnung. Doch nicht immer ist dies der richtige Weg. Natürlich kommt es dabei auch immer auf die Definition von Gewalt an.

Gewalt muss dabei nicht nur physisch zum Ausdruck kommen. Auch psychische Gewalt kann großen Schaden bei den Hunden anrichten. Unter Druck setzen, Situationen mit Hilflosigkeit erzeugen oder gar durch helikopterartiges Verhalten die Persönlichkeit des Hundes stören. Genauso verstörend ist der Versuch art- oder rassetypische Verhaltensweisen weg zu erziehen oder gar nicht anzuerkennen. Dies kommt einer Verleugnung des Hundes gleich. Ein genauso fataler Fehler kann das beruhigende fast verschwörerische Einreden mit lieben Worten auf den Hund sein. Nicht jeder Hund lässt sich so leicht runterholen.

Es zeigt sich, wie umfangreich Hundeerziehung ist und in wie vielen Zusammenhängen sie steht. Wie schon zu Beginn verdeutlich sind der Charakter des Hundes mit all seinen Eigenarten genauso entscheidend, wie der Hundebesitzer und der vollbrachte Lebensweg. Daher benötigt jeder Hund eine andere Führung unter Verständnis, Mitgefühl und Vertrauen seines Hundeführers. Grenzen sollten nicht außer Acht gelassen werden und dennoch die Zuspitzung zu Machtkämpfen bei kleinsten Vergehen vermieden werden.

Das Rudelstellungskonzept lässt sich nicht mit dem Hund- Mensch- Zusammenleben verbinden. Diese Dominanztheorie sagt mehr über den Menschen aus als über seine Erziehungskenntnisse. Es gibt noch weitere Methoden, die verdeutlichen, wie wenig Verständnis für das Geschöpf Hund seitens des Menschen besteht. Sie wollen die Hunde mehr nach ihren Vorstellungen formen, anstatt die Eigenart des Tieres Hund zu tolerieren.

So enden auch die Diskussionen rundum um die perfekte Erziehungsmethode nicht. Die verschiedenen Arten der Erziehung gehen unterschiedlich vor. Mit Regeln, Dominanz und Macht sollen die Hunde autoritär erzogen werden. Gleichzeitig werden sie jedoch so unterdrückt . Ihr Verhalten beruht eher auf Ängstlichkeit gegenüber ihrem Erzieher. Im Gegenteil dazu steht die Erziehung , die nur auf Liebe, Zuneigung und Zwanglogkeit beruht. Dabei kommt es jedoch oft vor, dass die Hunde unter Halt- sowie Orientirungslosigkeit und Disziplinlosigkeit. Bei dieser Erziehungsmethode sind oft Verhaltensauffäligkeiten zu beobachten.