Das Sommerekzem: der Hot Spot

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit, Urlaub mit dem Hund

Diese juckende, äußerst schmerzhafte Entzündung der Haut tritt bevorzugt bei langhaarigen Hunden mit dichter Unterwolle auf, besonders bei schwül-warmem Wetter. Es handelt sich um eine lokal begrenzte, nässende Entzündung, deren Ursachen vielfältig sind. Kleinste Hautverletzungen, die durch das Bürsten des Fells, Floh-oder Zeckenstiche entstehen, führen dazu, dass der Hund sich ständig leckt und so den Teufelskreis auslöst. Oft reicht schon mangelnde Fellpflege und somit verfilzte Stellen im Haarkleid. Auch das Schwimmen im Sommer und anschließend langsames Trocknen des Hundes mit dichter Unterwolle kann die Ursache sein. Da sich die Erkrankung häufig an der Wange befindet, muss auch an eine Ohrenentzündung, oder auf der Kruppe und den Hinterschenkeln an eine Analbeutelentzündung als Ursache des Hot Spots gedacht werden. Nicht selten sind die Patienten Allergiker, so dass die Hot Spots immer wieder auftreten.

Das Sommerekzem ist meist rundlich bis oval, hochrot und nässend. Wenn sich Pusteln bilden, ist die Entzündung so tief, dass die Haarbälge mit betroffen sind. Siedeln sich Bakterien an, entsteht auch Eiter. Alle Patienten haben Schmerzen, so dass die örtliche Behandlung des Hot Spots sehr vorsichtig, gegebenenfalls sogar unter Sedation erfolgen muss.

Die Therapie: Der veränderte Hautbereich muss geschoren werden, bis ins gesunde Gewebe. Da das Fell verklebt, ist das Ausmaß ohne Scheren gar nicht abzuklären. Die Haut wird mehrmals täglich mit milden, desinfizierenden Flüssigseifen gewaschen und mit dem Fön getrocknet, aber nicht zu heiß! Das Auftragen von verdünntem Wasserstoffperoxid oder milden Jodzubereitungen wirkt ebenfalls antibakteriell. Ganz wichtig ist es, den Hund am Lecken zu hindern. Deshalb muss er einen Halskragen tragen! Viele Tierärzte setzen zu Beginn der Behandlung örtlich oder in Tablettenform Cortison ein, damit die Entzündung und damit der Schmerz, sowie der Juckreiz schnell nachlassen. Ob ein Antibiotikum zum Einsatz kommt, hängt von der Schwere des Falls ab. Wenn überhaupt, muss es hautwirksam sein und über 2-3 Wochen verabreicht werden.

Die Prophylaxe: Ganz wichtig ist es, die Ursache abzuklären. Dazu gehört die Abwehr von Zecken und Flöhen durch Mittel, die den Biss erst gar nicht zulassen: Repellentien, wie z.B. Exspot oder das Scalibor Protectorband. Ohren-und Analbeutelentzündungen werden behandelt. Ist eine Futterunverträglichkeit der Auslöser einer Allergie, sollten Sie auf Sensitive Futter umsteigen. Besonders die dicht behaarten Hunde im Sommer lieber mit einer weichen Bürste pflegen und empfindliche Hunde nach dem Baden gründlich trocknen. Um die Haut und das Haarkleid des Hundes zu pflegen, können Sie dem Futter täglich einen Teelöffel Bierhefeflocken und etwas Distelöl zufügen.

Ganz anders als der Hot Spot, aber auch eine Gefahr im Sommer: der Sonnenbrand. Normalerweise setzen sich unsere Hunde nicht zu lange der Sonne aus. Trotzdem passiert es bei hellen Hunden hin und wieder, dass der dünn behaarte Nasenspiegel oder die Ohrränder einen Sonnenbrand bekommen. Es gilt das Gleiche wie beim Menschen. Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor. Wenn es denn passiert ist, entzündungshemmende Cremes.