Das Maß an Beschäftigung

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Einige Hunde haben einen straffen Hundestundenplan. Jeden Tag haben sie eine andere Beschäftigung auf dem Zettel. Mal ist es der Dummykurs, dann kommt die Unterordnung, am nächsten Tag Dogdancing und dann natürlich noch immer die große Gassirunde. Bei den nächsten Hunden sieht es schon ganz anders aus. Da ist auch das Herrchen eher bequem veranlagt und lässt das Gassigehen gern mal ausfallen. Der Hund kann sich ja im großen Garten bewegen. Doch was ist denn nun der richtige Weg?

Erst einmal kann festgehalten werden, dass weder Über- noch Unterbeschäftigung gut für den Hund sind. Es ist wichtig, ein gesundes Maß zu finden. Doch zu aller erst sollte man noch einen Schritt zurückgehen. Bevor die Anschaffung eines Hundes von Statten geht, sollt sich jeder voraussichtlicher Hundebesitzer im Klaren sein, was für einen Hund er haben möchte. Dabei steht nicht unbedingt das Aussehen im Vordergrund. Jede Rasse hat unterschiedliche Bedürfnisse und fordert seinen Besitzer auf verschiedene Weisen. Ein Hundebesitzer muss immer in der Lage sein, diese Bedürfnisse des Hundes zu erfüllen. Werden die speziellen Ausprägungen von Wind-, Jagd- oder Hütehund nicht richtig beschäftigt kann es schnell Probleme geben. Es ist eben unumgänglich auf die speziellen Bedürfnisse der Hunde einzugehen und diese in seinen Alltag zu integrieren. Wird dies nicht getan, kommt es zu Problemen. Diese sind vom Mensch verursacht und er schadet seinem eigenem Hund.

Jeder Hund benötigt täglich die Möglichkeit zum Auslauf, Schnüffeln und Toben. Dabei braucht der Hund immer wieder neue Anreize, die er verarbeiten kann. Grundstücke egal von welcher Größe können dies auf Dauer allein nicht bieten.

Ein bis zwei Stunden sollten für jeden Hund zum Gassigehen eingeplant werden. Hinzu kommt noch eine gute Portion Kopfarbeit. Gerade Schnüffelaufgaben oder Suchspiele sind dabei bestens geeignet. Diese Arbeit lastet den Hund aus und befriedigt ihn. Er wird glücklich und müde den Tag beenden. Zur Abwechslung können auch immer wieder Gehorsamsübungen eingebaut werden.

Dabei sollte jedoch nicht übertrieben werden. Eine kleine Beschäftigungseinheit reicht aus. Das bedeutet auch, dass er Hund nicht jeden Tag einen vollen Terminkalender benötigt. Er muss lernen, auch einmal zur Ruhe zu kommen. Das bedeutet, dass der Mensch ihm auch mal klare Anweisungen geben muss, dass nun Ruhezeit ist. Es ist also nicht schlimm, nach einem langen Spaziergang auch mal nein zum Spiel zu sagen. Gerade aktive Rassen wie Hütehunde werden durch ständige Beschäftigung immer unruhiger. Sie müssen es gezielt lernen, auch mal zur Ruhe zu kommen.

Schlussendlich lässt sich sagen, dass die Beschäftigung sowohl aus Spazierengehen als auch aus Kopfarbeit bestehen sollte. Der Hund sollte immer in Maßen beschäftigt werden und sollte klare Ruhepausen kennen und erhalten.