Das Lesen der menschlichen Mimik und Gestik

Anni Warfen Aktuelle Themen, Wissenswertes

Unsere Hunde kennen uns ziemlich gut. Manchmal hat man das Gefühl, sie wissen vor einem selbst, was Phase ist. Dabei denkt man selbst immer: „Ich kenne meinen Hund so gut und verstehe alle seine Blicke!“ Doch dieses Verhalten der Hunde kommt nicht von irgendwo. Hunde beobachten viel und gerne. Durch das jahrelange Zusammenleben von Hunden und Menschen, haben die Vierbeiner das menschliche Gesicht zu deuten und lesen gelernt. Hunde können unsere Körpersprache lesen. Sie deuten uns und reagieren darauf. Wir selbst bekommen gar nichts davon mit, wie sehr sie Mimik und Gestik von uns nutzen.

Gerade unser Gesicht ist für die Vierbeiner extrem wichtig. Sie können sich Gesichter merken und diese auch wieder erkennen und somit zwischen bekannten und unbekannten Menschen sortieren. Insbesondere die Augenpartie spielt bei der Deutung eine wichtige Rolle. Daher ist für Hunde der Blick in die Augen etwas ganz Besonderes und mit viel Emotionen verbunden. Zugleich sind es aber auch Stirn, Nase, Mund, Frisur und Gesichtskonturen, die entscheidend sind. Sie benötigen für ihre Deutung aber nicht all diese Partien. Schon eine einzige Partie reicht ihnen aus.

Hunde deuten aus der Mimik Emotionen und greifen dabei auch auf Erfahrungen zurück. Sie lesen somit unsere Emotionen in unseren Gesichtern und können zwischen den Emotionen unterscheiden. Dabei kommt es nicht auf ein bestimmtes oder vertrautes Gesicht an. Auch bei fremden Personen ist dieses Ablesen den Hunden möglich. In Studien wurde herausgefunden, dass es auch mit projizierten Bildern funktioniert.

Je mehr menschlichen Kontakt ein Welpe hat, umso mehr wird er diese Gabe beherrschen.

Es ist also nicht ungewöhnlich, wenn man das Gefühl hat: „Mein Hund schaut mir in die Seele!