Das Denken in Hundesprache

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Hunde denken anders als Menschen. Daher ist es auch für die neuen menschlichen Rudelführer wichtig, diese Sprache zu beherrschen, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mensch und Hund zu schaffen.

Für Hunde, die Familie, Haus und Garten schützen sollen und dabei nicht zu jedem ein offen Verhältnis zeigen sollen, ist besonders die Eingrenzung des Rudels wichtig. Das bedeutet, der Hund muss klar wissen, wer zu seinem Rudel gehört. Daher sollte er im Welpenalter nur unter Genehmigung vom Hundeführer von fremden Personen gestreichelt werden. So lernt er sein Rudel einzugrenzen und beispielsweise Einbrechern gegenüber nicht freundlich zu sein. Die Einbrecher genauso wie ungebetene Gäste auf dem Grundstück gehören nicht zum Rudel und es wird ihnen ein skeptisches Verhalten gegenüber gebracht. Pflegt der Hund zusätzlich Kontakt zu den Familienkindern, baut er einen stärkeren Behütungssinn ihn gegenüber auf. das gemeinsame Spielen ist für beide Seiten wichtig und Kinder verderben den Hund auf keine Weise, doch dieses Spiel muss von Erwachsenen beobachtet werden und zur Not muss es unterbrochen werden, da der Hund das Kind vom Alter her schnell überholt und somit ein anderes Spielverhalten aufzeigt.

Auch der Kontakt mit anderen Tieren ist ein wichtiger Schritt im Leben des Welpen. Wird ihm das Jagen von anderen Tieren nicht sofort verboten, so wird er auch später gerne auf Beutezug gehen. Diese Hunde legen dann meist ein wilderndes Verhalten zu Tage., dass neben ihm auch noch andere Tiere leben.

Insbesondere die jungen Welpen benötigen Regeln, wodurch sie das Vertrauen zum Hundeführer aufbauen und sich die Bindung festigt. Natürlich muss der Hund gelobt werden, wenn er sich an die Regeln hält, doch es muss auch geschimpft werden, wenn dies nicht der Fall ist. Daraufhin bekommt der Welpe aber wieder positive Aufmerksamkeit.

Hunde freuen sich, ihren Besitzer zu sehen. Wie auch bei ihren Artgenossen, drücken sie diese Freude durch Rutenwedeln und durch das Anspringen des Menschen aus, so versuchen sie, wie in der Natur dem Ranghöheren das Maul zu schlecken. Hunde können dabei nicht zwischen guter und schlechter Kleidung unterscheiden. Daher sollte entschieden werden, ob der Hund anspringen darf oder nicht. Niemals wird dem Hund zur Abgewöhnung des Anspringens auf die Pfoten getreten. Wahlweise könnte man ein bestimmtes Kommando aussprechen und den Hund nach dessen Ausführung ausreichend begrüßen. Diese Alternative bietet dem Hund eine andere Art der Begrüßung, die er schnell verstehen wird und Hund sowie Mensch glücklich macht.

Das Betteln am Tisch ist eine weitere weit verbreitete Angewohnheit vieler Hunde. Damit solch ein Verhalten erst gar nicht aufkommt, wird der Welpen von Anfang an vom Tisch aus nicht gefüttert. Doch geschieht dies einmal, merkt er welch ein Nahrungsreichtum auf dem Tisch wartet und wird damit dieses Verhalten(betteln) nur schwer unterbinden. Daher siegt auch hier die konsequente Durchführung ab dem ersten Tag. Am besten wir der Hund, je nach Leistungsstand, auf seine Decke verwiesen, die in einem Abstand zum Tisch liegt.

Das Spazierengehen ist bei Hund und Mensch beiderseits sehr beliebt. Doch auch Spazierengehen soll geübt sein. Besonders Welpen benötigen dabei eine fest ansitzendes Geschirr, woran eine Leine befestigt ist, damit der Besitzer die Kontrolle über seinen Hund behält, egal was kommt.. Auch lernen sie so den Radius kennen, in dem sie sich vom Rudel wegbewegen dürfen. Bei einem Wolfsrudel besteht nur ein kleiner Abstand, den sich die Wölfe vom Rudel fortbewegen. Entfernt der Hund sich weiter als fünfundzwanzig Schritte, ertönt ein Rückruf. Bei Befolgen dieses Rufes erhält er ein Leckerli. Ein richtiger Spaziergang kann eine Kombination aus Freilauf und Leinenführung darstellen. Läuft der Hund den kompletten Spaziergang frei und wird erst am Ende angeleint, verbindet er die Leine mit nach Hause gehen. Ist die Lust auf zu Hause einmal nicht so groß, lässt er sich wohlmöglich nicht anleinen. Kommt er mit diesem Verhalten auch noch durch, wird der Gehorsam beim Freilauf ein unsicheres Unterfangen. Also Abwechslung bieten, damit auch die Leine etwas Tolles wird.