Darmsanierung nach Durchfall oder Antibiotikumbehandlung des Hundes

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Sowohl wir Menschen, als auch die Hunde sind von Tausenden von Mikroorganismen besiedelt, die das Leben erst möglich machen. Das gilt besonders für die Organe Haut und den Darm.  Dabei unterscheiden wir nützliche, gesundheitsfördernde Keime und schädliche Erreger, die krank machen. Letzteres ist der Fall bei Magen-Darminfektionen, oder auch bei länger andauernden Antibiotikagaben. Antibiotika können neben der Vernichtung von krankmachenden Keimen  auch nützliche zerstören. Das Gleichgewicht der natürlichen Darmflora wird gestört. Was ist zu tun, um die Balance wieder herzustellen?

Das Prinzip heißt synbiotische Therapie, bestehend aus der Gabe von Pro- und Praebiotika

Probiotika: Probios heißt, für das Leben. Es handelt sich um nützliche Bakterien: Milchsäure- und Bifidobakterien. Diese kommen in Milchprodukten, wie Naturjoghurt vor. Die Konzentration ist nicht besonders hoch. Rezeptfrei im Handel sind probiotische Produkte, die man prophylaktisch anbieten kann. Folgende Wirkungen sind bewiesen: Probiotika hemmen das Wachstum unerwünschter Keime, verkürzen die Durchfalldauer, regulieren die Darmmotilität (Bewegung), senken den Cholesterinspiegel und fördern die Calziumresorption. Das Immunsystem wird günstig beeinflusst.

Prebiotika: Das sind Ballaststoffe, die vom Darm nicht aufgenommen werden. Diese nicht verdaulichen Stoffe schaffen unter anderem ein  Milieu im Dickdarm, welches das Wachstum von Fäulnisbakterien hemmt.

Strategie bei Durchfall: Mindestens 24 Stunden fasten, keine Nahrung, nur Wasser. So kann sich die Darmschleimhaut regenerieren. Anschließend 5 kleine Portionen: 1/3 Eiweiß ( Hüttenkäse, gedünsteter Fisch), 1/3 Reis, 1/3 Karotten. Mehrmals täglich einen geriebenen Bioapfel mit , teelöffelweise. Die Schale enthält Pektine, die Giftstoffe aufsaugen. Zusätzlich Prae- und Probiotika, die  in der Apotheke und beim Tierarzt erhältlich sind, Bei Besserung, die Anzahl der Portionen schrittweise reduzieren und vorsichtig auf die Normalkost umstellen. Wenn unsere Hunde an Durchfall erkranken, ist es nicht immer nötig, ein Antibiotikum einzusetzen. Ein gestörtes Gleichgewicht der Darmflora lässt sich mit Diät, Prae-und Probiotika oft beheben. Liegt eine schwere Infektion oder Parasitenbefall (Würmer) vor, sind Medikamente unumgänglich. Auch in diesen Fällen ist als begleitende Maßnahme wie oben vorzugehen. So werden Nebenwirkungen der Therapie minimiert.