Da klaut der Hund doch vom Tisch

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung, Interessantes, Wissenswertes

Es ist immer wieder zu hören, dass einige Hunde sich nur zu gerne von den Leckereien auf dem Tisch bedienen. Welpen müssen lernen, dass die Menschennahrung tabu ist. Doch auch viele ältere Hunde haben Probleme, sich an diese Regel zu halten.

Hunde die früher einmal draußen gelebt haben, müssen beim Einzug ins neue Heim gleich lernen, welches Terrain zu betreten ist und welches nicht. Dazu zählt natürlich auch der Esstisch. Sie kennen solch eine Regel noch nicht und müssen es erst verstehen.

Meist verstehen Hunde schon nach einigen Ermahnungen, dass das Erklimmen vom Esstisch hin zu dem leckeren Geruch nicht erlaubt ist. Sind die Menschen im Raum erfolgt darauf prompt eine Ermahnung und sie werden es lassen. Doch manch ein Vierbeiner wird dann abwarten bis der Mensch den Raum verlässt und es erneut versuchen. Schafft der Hund es mit diesem Verhalten auch nur einmal durchzukommen und stielt etwas Leckeres vom Tisch, wird die Abgewöhnung umso schwieriger.

Es ist meist sinnvoller, den Hund einmal gezielt zum Stibitzen zu verführen. Dazu wird etwas Leckeres sichtbar an den Tischrand gelegt. Der Hund soll es sehen und den Wunsch spüren, es sich zu holen. Der Mensch verlässt demonstrativ den Raum und wartet aufmerksam hinter der Tür. Sobald der Hund zuschnappt, stürzt der Mensch hinein und der Hund bekommt ein ordentliches Donnerwetter. Dieses soll so effektiv sein, dass er es nicht noch einmal versuchen wird. Zur Probe kann man den Versuch noch ein paar Mal wiederholen.

Bei Hunden die bereits wahre Essensklauer sind, reicht die oben beschriebene Methode meist nicht aus. Bei ihnen ist es hilfreich, zu zweit zu arbeiten und sich an unterschiedlichen Stellen zu verstecken. Eine Person versteckt sich ohne, dass der Hund es merkt. Die andere verlässt den Raum. So ist der Moment des Erschreckens größer, durch die unerwartete zweite Person

Natürlich müssen alle Methoden dem Hund entsprechend abgewogen werden. Es kann bei sensiblen Hunden passieren, dass der Hund sich nach dem Ausführen einer Methode nicht mehr in die Küche traut. Andere Hunde sind von einigen Methoden völlig unbeeindruckt und werden in ihrem Klauverhalten somit noch verstärkt. Es kann also nicht jede Methode auch bei jedem Hund angewandt werden.

Weitere Möglichkeiten wären auf dem Rücken liegende Mausefallen, die hochklappen sobald der Hund sich die Beute schnappen will. Durch die Rückenlage mit dem Bügel nach unten wird der Hund nicht verletzt. In Klebebänder um den Braten herum verteilt, bleibt der Hund hängen und lässt sich vielleicht abschrecken. Auch die Wassermethode ist denkbar. Dabei wird das Essbare so deponiert, dass eine Schüssel mit Wasser auf den Hund kippt, wenn er die Beute klauen will. Auch Sprühhalsbänder oder Wasserpistolen sind eine Alternative. Bewegungsmelder mit Geräuschen können den Hund auch erschrecken und vom Essensdiebstal abhalten. Manchmal reicht es auch einfach aus, das während des Klauens Töpfe oder Konservendosen neben ihm Zusammenfallen. Geschickt aufgestellt ist das ganz einfach.

Einige Hunde sind wenig beeindruckt und versuchen es nach dem ersten Schreck gleich noch einmal. Läuft der Überraschungsmoment dann nicht noch einmal ab, kommt der Hund mit seinem Klauen durch und lernt einfach kurz abzuarten.

Manchmal ist es hilfreich einen Trainer zu Rate zu ziehen.