Bitte lass mich nicht alleine!

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung

Sind Anzeichen wie:“ Der Hund folgt seinem Besitzer wie ein Schatten. In der Wohnung kontrolliert der Hund ganz genau, wo sich sein Besitzer aufhält. Macht der Besitzer sich fertig zum Gehen, wird der Hund unruhig. Aggressives Verhalten beim Verlassen der Wohnung. Lautes Bemerkbar machen des Hundes, nachdem der Besitzer fort ist. Zerstörung von Gegenständen in der Wohnung., mangelnde Stubenreinheit, Erbrechen, massives Sabbern oder Futterverweigerung beim Alleinsein.

Der Hund ist überdurchschnittlich große erregt bei der Heimkehr des Besitzers.“ beim eigenen Hund vorzufinden, so ist Obacht geboten. Vieles deutet daraufhin, dass der eigene Hund unter Trennungsangst leidet. Da Hunde als Rudeltier das Alleinsein nicht schätzen, müssen sie diese Gegebenheit im Zusammenleben mit dem Menschen erst Lernen. Für sie ist das Alleinbleiben immer mit Stress verbunden, da es in ihrem normalen Sozialverhalten nicht üblich ist. Trennungsängste können in unterschiedlicher Form auftreten. Einige Hunde können allein zu Hause bleiben, zeigen jedoch in fremden Umgebungen starke Trennungsängsten. Andere Hunde jedoch schaffen es auch zu Hause nicht, allein zu bleiben. Kommen Verhaltensweisen wie Unsauberkeit oder Zerstörung hinzu, wird es für die Besitzer oft zu einer Belastungsprobe. Doch es sitzen ganz natürliche Probleme dahinter. Unsichere Hunde binden sich stark an ihre Besitzer und verkraften eine Trennung nicht. Hat der Hund in der Vergangenheit schon öfter Besitzerwechsel erlebt und wurde aus vertrauten Umgebungen gerissen, so kompensiert er dies mit Trennungsängsten. Das Alleinsein löst in ihm Angst, Ungewissheit und Panik aus. Doch wird der Hund Schritt für Schritt an diesen Zustand gewöhnt, nimmt der Besitzer ihm die Angst und das Allein sein wird kein Problem mehr sein. Denn manchmal ist ein Alleinsein unumgänglich, sei es bei durch die Arbeit, einen Arzttermin, eine Feier am Abend, die Geburt eines Kindes, ein Notfall in der Familie oder oder oder… . Daher ist das Erlernen des Alleinsein so wichtig. Der Hund versteht das plötzliche Verlassen werden nicht und reagiert mit Angst. Auch wenn der Prozess des Erlernens lang und schwierig sein kann, ist es für das Wohlbefinden des Hunds enorm wichtig. Die immer wiederkehrenden Ängste und vielleicht auch Panikattaken stressen den Hund und seine psychische Verfassung Oftmals ist es ratsam, eine erfahrene Person hinzuzuziehen. Während des Erlernens des Alleinseins, sollte der Hund nur im Training alleingelassen werden. Plötzliche Panikattacken außerhalb des Trainings können alle Arbeit zerstören.

Trennungsängste können sich, wie schon erwähnt, in unterschiedlichster Weise auftreten. besonders das Zerstören von Gegenständen ist ein markantes Signal. Diese Verhaltensweise zeigen jedoch auch gelangweilte Hunde. Hier ist zu unterscheiden, ob der Hund unregelmäßig Dinge zerstört oder gezielt bei jedem Alleinsein Fluchtpunkte massakriert. Im zweiten Fall lassen sich Trennungsängste diagnostizieren. Für manche Hunde reicht es aus, dass lediglich eine bestimmte Person geht. Schon sind typische Anzeichen auffindbar, obwohl weitere Personen anwesend sind. Wieder andere benötigen einen zweiten Hund, um sich allein zu entspannen.

Zu Beginn sollte der Hund lernen, dass der Besitzer auch in den eigenen vier Wänden nicht immer zur Verfügung steht. Dies lässt sich durch ein gezieltes Decken oder Platztraining üben. Der Hund wird auf einen Platz verwiesen. Dazu kann beispielsweise seine Decke dienen. Dort soll er im Kommando „Leg dich“ verharren, bis dieses wieder aufgenommen wird. Der Platz sollte so gewählt werden, dass der Hund nicht alle Teile in der Wohnung überblicken kann. Mittels dieses Distanztaining wird der Hund an den Abstand vom Menschen gewähnt. Die Dauer des Trainings steigert sich von Mal zu Mal. Auch in ständiges Hinterherrennen des Hundes sollte sofort unterbunden werden, um mehr auf das Distanztraining aufzubauen. Diese Klammerungsarten des Hundes zeigen die starken Trennungsängste. So sollte beispielsweise auch mal eine Tür hinter dem Besitzer geschlossen werden, ohne dass der Hund mit kommen kann. Beginnt er Geräusche oder gar Terz zu machen, so wird mit dem Öffnen der Tür gewartet. Erst ein leiser und ruhiger Hund wird durch das Öffnen der Tür belohnt. Dennoch wird er nach dem Öffnen für einige Zeit nicht beachtet. So kann ein weiterer Schritt zum Distanzierungsaufbau unternommen werden. Auch das nebeneinanderschlafen im Bett fördert die Trennungsangst massiv. Schlafen ist Ruhe und Entspannung und genau dies sollte der Hund auch mit dem Alleinsein verknüpfen. Daher sollte der Hund langsam immer weiter entfernt vom Bett schlafen. Vorerst reicht ein Schlafplatz vor dem Bett, dieser wird von Tag zu Tag ein Stückchen verschoben, bis er an dem Platz angelangt ist, an dem der Hund auch tagsüber allein bleiben soll.

Die Aufforderung zum Streicheln ist ein weitere Indiz für Trennungsängste. Daher gilt, Streichelaufforderungen vom Hund werden total unterbunden. Wendet sich der Hund durch das Ignorieren ab, so sollte er ordentlich mit Streicheln belohnt werden.

Das konkrete Alleinbleiben sollte langsam und ruhig gesteigert werden. Zu Beginn reichen lediglich ein paar Minuten aus. Der Hund sollte in der Zeit des Alleinbleibens ruhig und gelassen sein. Nur wenn er sich mehrmals hintereinander so präsentiert, kann die Zeit gesteigert werden. Vorerst sind es nur fünf Minuten, die sich dann bis zu einer Stunde hin steigern. Dann können die Zeitabstände größer werden. Der Abschied ist dabei stets freudig und knapp. Bemitleidung oder Trauer fördern die Trennungsangst beim Hund. Also muss der Abschied mit etwas positiven verbunden werden. Nur so kann er lernen, dass es auch während des Alleinseins schön ist. Ein schöner Liegeplatz, wie sein Schlafplatz ist umumgänglich. Um das gute Gefühl zu steigern, sollten dem Hund Futterspielzeuge zu Verfügung stehen. Diese enthalten einen Teil seiner täglichen Futterration. Der Hund kann sich während des Alleinseins mit diesen Spielzeugen beschäftigen. Daher ruhig ein paar mehr hinlegen. Auch andere Spielzeuge zum Kauen eignen sich hervorragen. Wichtig ist es nur, dass die Spielezeuge wechseln und immer wieder andere zur Verfügung stehen. So wird Langeweile umgangen. Bei der Rückkehr des Besitzers werden diese entfernt, damit sie etwas Besonderes bleiben. Auch Tonaufnahmen (Alltagsgeräusche wie Waschmaschine, Geschirrspüler oder geschirrklappern etc.), Radio- oder Fernsehgeräusche fördern teilweise das Wohlbefinden des Hundes.

Die Rückkehr des Besitzers verläuft ruhig und nicht überschwänglich. Erst wenn der Hund vollkommen runtergekommen ist wird er begrüßt. Bis dato bleibt der Besitzer dem Hund gegenüber ignorierend. Nur so wird das Alleinsein nicht so aufgebauscht und der Hund gewöhnt sich langsam an diesen Zustand.

Eine gute geistige und körperliche Auslastung des Hundes ist für dieses Training effektiv. Der Hund ist ausgepowert und kann eventuell die Zeit des Alleinseins zum Schlafen nutzen. Zudem wirkt das Erlernen oder Durchführen von Kommandos stressreduzierend und gibt dem Hund eine innere Balance. Auch stressberuhigende Mittel vom Tierarzt sind in einigen Fällen ratsam. Die Ärzte können auch pflanzliche Mitteln verschreiben, die schonend und effektiv wirken.