Folgen der Fehlernährung des wachsenden Hundes

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Die Auswirkung verkehrter, in unserem Land eher zu gut gemeinter Fütterung, bezieht sich besonders auf großwüchsige Rassen. Die Hauptwachstumsphase findet zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat statt. Ein Übermaß von Energie, Eiweiß und Calcium können orthopädische Probleme verursachen.

CALCIUM
Calcium ist notwendig um Knochensubstanz zu bilden. Ein Mangel führt zu Rachitis, was in unseren Breitengraden allerdings nicht zu erwarten ist. Ein Zuviel kann aber auch böse Folgen haben. Der Junghund kann Calciumüberschüsse im Futter nicht einfach mit dem Darm ausscheiden. Im wachsenden Skelett befinden sich empfindliche Wachstumszonen. Ein Zuviel führt zu Störungen im belastungsbedingten Knochenum-und Aufbau. Gleichzeitig wird die Resorption von Zink, Magnesium und Eisen im Darm beeinträchtigt. Auch entstehen negative Folgen auf das hormonelle Geschehen: Schilddrüse, Wachstumshormon und Calcitonin. Bei genetischer Disposition kann ein Zuviel von Calcium Hüftgelenksdysplasie, Achsenabweichungen der Gliedmaßen und Absprengungsfrakturen in den Gelenken und vieles mehr hervorrufen. Trockenfutter sollte 0,8-1,2g und Feuchtfutter 0,3-0,4g Calcium auf 100g enthalten. Auf keinen Fall sollte man zum Fertigfutter Futterkalk und Vitamine mischen. Das war früher durchaus üblich.

ENERGIE
Energieträger der Nahrung sind Kohlehydrate und Fette. Im Übermaß gefüttert, führen sie nicht nur zu Übergewicht, sondern beschleunigen das Wachstum. Dieses wirkt sich natürlich sehr schädlich auf die empfindlichen, knorpeligen Wachstumszonen aus. Deshalb restriktiv füttern und die Mahlzeit nicht stehen lassen, wenn der Hund sie nicht auffrisst. Natürlich soll sich der junge Hund nicht großhungern, aber lieber etwas weniger als zu viel.

EIWEISS
Besonders zum Aufbau der Muskulatur benötigt der Hund Proteine, die aus Aminosäuren bestehen. Fehlt währen des Wachstums Eiweiß, verfettet der Hund. Außerdem benötigt er essentielle Aminosäuren, die der Organismus nicht selbst herstellen kann. Bei Mangel kann es zu internistischen und orthopädischen Problemen kommen. Früher glaubte man, ein Zuviel schade den Nieren. Heute wird dies bezweifelt. An der Entzündung der langen Röhrenknochen ist der Eiweißüberschuss in der Nahrung mit Sicherheit beteiligt. Hinzu kommt übermäßige Belastung. Die Erkrankung heißt Panostitis. Die Bedarfswerte: Im 3.-4. Lebensmonat: 6-8 g pro kg/Körpergewicht. Im 5.-6.: 4-6g pro kg. Im 7-12.: 3-4 g pro kg Körpergewicht.

So, viel Spaß beim berechnen der Ration mit dem individuellen Futtermittel!